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Kopfüber ins Glück

Maxted, Anna

Preis: EUR 24,00

Gebundene Ausgabe - 509 Seiten - Goldmann, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 3442545307

Rezension:

Eine junge Frau – zugegeben, als Redaktionsassistentin bei einer Frauenzeitschrift und damit "Medienfrau" vielleicht etwas abgebrühter als andere Leute - steht am Bett ihres sterbenden Vaters und überlegt sich, ob Prada nicht mal eine Urinbeutel-Überzug-Kollektion herausbringen könnte, um den Angehörigen den Anblick dieser durchsichtigen Behältnisse und ihres Inhalts etwas angenehmer zu gestalten.
"Geschmacklos!!!" denken Sie?
Nein.
Ebensowenig wie die Beschreibungen en masse und en detail über den Einsatz von körpereigenen und anderen Flüssigkeiten auf den restlichen über 500 Seiten.
Eher tragikomisch, anrührend und ebenso durchwachsen wie dieses ganze Buch über Helen, Londonerin, der geschieht, was – tragisch genug – jeden Tag überall auf der Welt immer wieder passiert und die Beteiligten immer völlig aus dem Gleichgewicht bringt..
Bis zu diesem Moment hat die Mittzwanzigerin ihr Leben eigentlich ganz gut im Griff, trotz der diversen Probleme, die junge alleinstehende Frauen nun einmal so haben: ihr Job bei der Zeitschrift "Girltime" ist eher unbefriedigend, ihr Liebesleben steht kurz vor dem Aus, da der hinterhältige Jasper ein chronisches Treueproblem hat, und ihr Kater Fatboy findet nur selten den Weg zur Sandkiste.
All das wird unwichtig, als Helens Vater mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wird und schließlich stirbt. Helens Mutter lässt ihrer Tochter allerdings keine Zeit, den Verlust zu verarbeiten: Cecilia Bradshaw wird in ihrem Kummer fast zur Ganztagsbeschäftigung für Helen, die von dieser Entwicklung schon bald völlig überfordert ist. Zumal sie ihrer Mutter eigentlich nie besonders nahe stand und nun über Nacht die Verantwortung für die hemmungslos trauernden Witwe übernehmen soll.
Nicht wirklich besser wird die ganze Situation durch die Tatsache, dass sich ihre Liaison mit Tom, dem attraktive jungen Tierarzt, der just am Tag der Beerdigung in ihr Leben getreten ist, ganz und gar nicht planmäßig entwickelt, und Helen stattdessen von einer Katastrophe in die nächste stolpert.
Wie bei jungen, urbanen Engländern (und schätzungsweise nicht nur bei denen) nicht anders zu erwarten, ist jede Menge Alkohol im Spiel, Mitwohnverhältnisse bilden und lösen sich, Freundschaften überdauern äußerst stürmische Krisen (oder tun es eben nicht) und am Ende gibt es mehr Hochzeiten (oder zumindest ansatzweise "Happy Ends") als Todesfälle.
Was auf dem Weg dorthin jedoch alles geschieht, spottet jeder Beschreibung und ist, wenn man es genau betrachtet, nicht das, was man auf den ersten Blick unter lockerer und anspruchsloser "Unterhaltung" verstehen würde.
Denn letztendlich geht es u.a. um versuchten Selbstmord, häusliche Gewalt, vor allem aber um den Verlust von Vater und Ehemann, einem Menschen von dem das "Kind" oder auch der liebende Partner einfach selbstverständlich voraussetzt, er würde bis in alle Ewigkeit Bestandteil ihres Lebens sein. Und es geht darum, wie sich ein solcher Verlust bewältigen lässt – mittels einer Art Galgenhumor, wie er sich durch weite Strecken dieses Romans zieht oder indem man den Schmerz zulässt und ihn "verarbeitet". "...und ich erkannte, dass die Trauer ein unergründlicher, unendlich tiefer Tümpel ist und dass man während eines Trauerjahres kaum den Zeh ins Wasser tunkt. Ich hingegen hatte Angst zu ertrinken. Ganz langsam lernte ich schwimmen, lerne es immer noch."
Gegengewicht zu dieser "schweren Kost" bildet die unermüdliche Suche nach Mr. Right – oder zumindest die Bemühungen, den Tag nach dem letzten One-night-stand und/oder dem damit verbundenen Trink-Gelage einigermaßen unbeschadet zu überstehen.
Nicht zu übersehen ist bei diesen Beschreibungen die Tatsache, dass Autorin Anna Maxted (selbst Anfang 30) als regelmäßige Autorin für Cosmopolitan ein Händchen für absurde und aberwitzige Situationen hat, die sie auf köstliche Weise aufbereitet.
So sind auch die Nebenfiguren so lebendig gezeichnet, dass man sie förmlich vor sich zu sehen glaubt: Celine, die ihr Auto zärtlich "Nancy" nennt, Brian, den T'ai Chi-Lehrer mit dem "Zeigefuß" oder Marcus, den testosterongesteuerten Bodybuilder mit dem behaarten Rücken, Lizzy, Tina, Luke und all die anderen.
Kein Wunder also, dass man förmlich zu dem Schluss kommen muss: Wenn je ein Buch der letzten Jahre der Leserin zwischen 25 und ... sagen wir mal junggebliebenen 55 erst das breiteste und dreckigste Grinsen aller Zeiten ins Gesicht und unmittelbar danach einen Kloß in den Hals und das Wasser in die Augen getrieben hat, dann dieses.
Das sitzt jeder Satz, stimmt jede Pointe – und dennoch ist man (oder doch besser "frau") auch nach 100, 200, 400 Seiten nicht übersättigt von diesen sich jagenden Salven an WIRKLICH komischen Szenen und faszinierend geistreichen Sprüchen der Protagonistin.
Dabei mangelt es der Handlung nicht an Dramatik und Spannung – und für jemanden, der die eine oder andere Erfahrung der handelnden Personen bereits am eigenen Leib gemacht hat, tut die Lektüre zuweilen richtiggehend weh. Aber keine Sorge: am anderen Ende des Schmerzes wartet mit Sicherheit bereits der nächste hinreißend witzige Absatz.
Ach ja, übrigens – soviel sei verraten – am Ende kriegen sich Helen und Tom dann doch ("noch" und "mal wieder"). Sie brauchen also NICHT Ihren sämtlichen Prinzipien untreu werden, indem Sie (was Sie sonst NIE im Leben tun würden) verstohlen die letzte Seite aufschlagen und den letzten Absatz des Romans lesen, sobald das Schicksal die beiden Protagonisten aus Seite 44 zum ersten Mal zusammengeführt hat.
Sollten Sie sich oder einer guten Freundin also etwas wirklich Gutes tun wollen, dann öffnen Sie Ihr Herz und Ihren Geldbeutel und kaufen Sie dieses Buch. Die Ausgabe lohnt sich!

Michaela - Krimiforum.de

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