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Den Anfang mache ich mit dem Buch "Frisch gepreßt" von Susanne Fröhlich. Es ist absolut lesenswert! Bei der Lektüre habe ich Tränen gelacht. Es geht um die Geburt eines Babys und die Zeit danach im Krankenhaus.
Hier eine etwas grössere Leseprobe mit freundlicher Genehmigung der Autorin Susanne Fröhlich.

Frisch gepreßt

Bestellmöglichkeiten
Taschenbuch
Gebundene Ausgabe

Frisch gepreßt

Susanne Fröhlich

ISBN Taschenbuch: 3548246966
Erscheinungsdatum: 2000
Verlag: Ullstein
Preis: EUR 7,95

ISBN Gebunden: 3821805706
Erscheinungsdatum: 1998
Verlag: Eichborn
Preis: EUR 16,90

Leseprobe:

......"Und jetzt wollen wir mal schön feste pressen, gell, Frau Schnidt". Das kleine Arschloch, das sich anmaßt, mit mir gemeinsam pressen zu wollen, heißt Dr. Wiedmann und ist an sich so ziemlich der unsymphatischste und unleckerste Kerl, der mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen ist.

Dummerweise befinde ich mich in einer Art Unterleibsabhängigkeit von eben diesem Oberlehrertyp mit der Ausstrahlung einer alten Socke. Er riecht leider auch ähnlich. Aber wie soll einer, der jahrzehntelang im Dienste der Menschheit Medizin studiert hat, bei all dem Streß auch noch Zeit für die Körperpflege finden. Im Kopf notiere ich: Geschenk für Wiedemann, wenn er dieses Etwas aus mir rausholt, Deo. Ganz was Feines. Ein echtes Antitranspirant.

Coole, tolle Frauen, uns allen aus Frauenzeitschriften und Hera-Lind-Romanen bekannt, würden den kleinen Assistenzarzt jetzt durch einen schlagfertigen, treffenden - aber niemals gemeinen - Satz locker in die Schranken verweisen. Dummerweise scheint meine Schlagfertigkeit unter dieser Presserei doch ein wenig zu leiden. Ich fühle mich, als müßte ich eine Wassermelone scheißen, und wer dabei noch amüsante Konversation machen kann, den möchte ich gerne mal kennenlernen; allerdings erst, wenn das hier erledigt ist. Ich habe mir das Ganze doch ein wenig anders vorgestellt. Was stand da in meinem Geburtsvorbereitungsbuch: "Wer gelassen an die Sache rangeht, für den wird die Geburt das schönste Erlebnis überhaupt." Wenn das das schönste Erlebnis ist, dann möchte ich nie ein schlimmes haben.

Christoph wischte mir mit irgendeinem kalten Feudel über die Stirn - es sollte wohl die Stirn sein; vor lauter Aufregung hat er mir das rechte Brillenglas gleich mit eingenäßt. Natürlich trage ich normalerweise keine Brille - ja, aus Eitelkeit, aber bei der Presserei müssen die Kontaktlinsen raus. Leuchtet ein, denn natürlich möchte ich nicht, das mir im "schönsten" Moment meines Lebens (haha) die Haftschalen rausfliegen, ich das mühsam Erpreßte nicht mal sehen kann und noch dazu 300 Mark pro Auge in einem Kreißsaal plattgetreten werden. "Wir haben's gleich, wir haben's gleich!: Dr. Wiedmann gerät in eine Art ekstatischen Zustand, und Christoph, übrigens mein Lebensgefährte, hat mit seinem Wischläppchen jetzt auch noch das andere Brillenglas erwischt. Wenn der Mann doch sonst auch so treffsicher wäre. Die einzige Person, die noch bei Verstand ist in diesem Raum, nennt sich Angie und war schon bei Hunderten von Geburten dabei. "Kindchen, für mich ist das so wie Spazierengehen, was ganz normales". Würde es mich beim Spazierengehen jedesmal so zerreißen, ich schwör's: keinen Meter würde ich mehr gehen.

"Nicht in den Kopf pressen, nur nicht in den Kopf", Wiedemann, der Müffeldoktor, guckt streng, als wäre das echt was Neues, daß Kinder nicht durch den Kopf rauskommen. Wenn ich den nicht hätte, das hätte ja böse enden können, so `ne Kopfgeburt.

Was sich die Typen so einbilden. Schon im Geburtsvorbereitungskurs. Flammende Plädoyers von angeblich gebildeten Männern für eine sanfte, natürliche Geburt. Der Schmerz ist doch auszuhalten; ist doch produktiv, gell, also Schmerzmittel kommen für uns nicht in Frage, keinesfalls. Selbst den Egozentrikern rutscht bei diesem Thema locker-flockig ein gemütliches "Wir" über die Lippen. Oft sind es genau diese Kerlchen, die sich für ein lächerliches Weisheitszähnchen 3 Spritzen reinhauen lassen. Aber klar, ist ja auch kein produktiver Schmerz. Der Geburtsschmerz ist doch was völlig anderes, und vor allem, nicht ihr eigener. Aber jetzt nicht zynisch werden: die Männer leiden ja unter den Wehen fast noch mehr als die Schwangeren. Diese Hilflosigkeit. Das lange Stehen. Und die bohrende Gewißheit, daß "Mann" es selbst besser und schneller könne. Eine zermürbende Sache.  "Ich glaube, Ihre Frau braucht mal ein Preßpäuschen, Herr Schnidt - flutscht nicht so, das Ganze, lustwandeln Sie doch noch mal ein Weilchen über den Flur", höre ich den promovierten Muffkopp zu meinem Christoph sagen. "Hallo, ich entbinde nur - mein Gehirn ist noch intakt - und wenn hier gleich was flutscht, dann meine Hand in Dein Gesicht", will ich rauspressen, aber schon der Gedanke an Pressen verbietet sich. Gottergeben zerrt mich Chrsitoph von der Entbindungsliege und redet betont munter auf mich ein."Schau mal, gleich haben wir's, noch ein halbes Stündchen schön konzentriert......."Fehlt noch, daß er sagt: "Sei ein braves Mädchen". Beim Über-den-Gang-Schlurfen habe ich das Gefühl, die Erdanziehungskraft hat sich verzehnfacht. Hoffentlich plumpst das Etwas nicht auf das schäbige Linoleum. Einfach so. Nach dem Motto: Hups, was liegt denn da? Ein Alptraum.

Die ersten Versagensgefühle keimen in mir auf. Ich mag nicht mehr. Ich will eine Betäubung,Vollnarkose, Ecstasy, Dope jeder Art. Ich stehe in meinem weißen Kittelchen ohne Unterhose auf einem erbsengrün gestrichenen Kreißsaalflur und bettele einen Nicht-Deo-Benutzer an. "Bitte Dr. Wiedmann, ich halte es nicht mehr aus." Das "In 10 min. haben wir's!" ist 4 Std. her. "Bitte geben Sie mir was. Machen Sie einen Kaiserschnitt, befreien Sie mich!" Mein Gott! Ich, eine junge, moderne Frau, Typ Gebildete-junge-Yogurette-Esserin, werde zur devoten Schleimerin. Ekelhaft, dieses Aufgeben jeglicher Prinzipien. Und noch dazu erfolglos. "Wir haben's doch bald, Frau Schnidt. Jetzt mal zusammenreißen und nicht so hängen lassen.", tadelt mich der Gynäkologe. Ich probiere die etwas autoritäre Variante. Gibt ja Männer, die da besser spuren."Hören Sie mal gut zu: heutzutage können sie Herzen verpflanzen, da werden Sie ja wohl dieses Etwas aus meinem Bauch kriegen."

"Angie", zitiert er die Hebamme herbei und macht ihr mit Gesten klar, daß ich eine hoffnungslose Hysterikerin bin, "gib der Frau Schnidt mal ein Paracetamol-Zäpfchen."

Dankbar soll ich dafür auch noch sein. Eine ergebene Versagerin, der ungerechtfertigterweise Gnade gewährt wurde, und das für ein Zäpfchen, das schon Säuglinge ohne Gefahr nehmen können. "Ich will was Richtiges, was dröhnt, und das, bevor die nächste Wehe da ist." Christoph zischt: "Na, na, mein Walfischchen, jetzt krieg Dich wieder ein." Ich bin erleichtert, weil ich endlich einen Grund habe, einen der anwesenden Besserwisser so richtig zusammenzuscheißen. "Von wegen Walfischchen.Verpiß dich mit deinem Schwämmchen". Zur Belohnung bietet Angie meinem Lebensgefährten eine Tasse Cappuccino abseits der Gefahrenzone an. Meint die mich?? Bin ich von Wahnsinnigen umgeben??

Bevor ich die Frage eindeutig klären kann, erscheint ein weiterer Weißkittel. "Rücken freimachen", erteilt er klare Anweisungen."Ich setzte Ihnen jetzt eine PDA, und dann ist Ruhe", verspricht mir der angebliche Anästhesist. Er sagte mir, das er kein Doktor ist. Na prima, in Nicht-Doktor bohrt mir gerade eine riesige Spritze ins Rückenmark. Angeblich eh irre gefährlich. "So, jetzt müßte es Ihnen gleich besser gehen!" Er hat zwar keinen Doktor, aber er hat recht. Die Schmerzen lassen nach. Sie sind nicht verschwunden, aber irgendwie  eingedämmt. Phantastisch, was für eine Erfindung! Ein Wunder. Komm her, du PDA-Entwickler und laß dich küssen. Warum habe ich mich bloß so lange gequält? Weil ich eine perfekt Gebärin sein wollte. Na, dann bin ich eben keine.

"So, und nun der Endspurt, Frau Schnidt", grummelt der Muffkopp. Die Kreißsaallampen blitzen auf, Christoph, mit einem Rest Cappuccinoschaum im Mundwinkel, hastet herbei. "Walfischchen, alles wird gut!" Wie mich das beruhigt, unglaublich. Doch seit der PDA glaube ich sowieso, daß ich eine Chance habe, diesen Vorgang hier zu überleben. "Leichter wird's jetzt nicht, wer die Wehen nicht mehr richtig spürt, dem fehlt auch das richtige Gefühl zum Pressen", mahnt der gestrenge Wiedemann. Dann presse ich es eben gefühllos heraus. Beim 4. Mal schreit Christoph:"Ich sehe die Haare, es kommt, es kommt."

Es hat Haare, phantastisch. Und dann die Erleichterung.

Man knallt mir etwas Glitschiges, nicht direkt Ansehnliches auf den Bauch. "Frau Schnidt, Sie haben ein Mädchen!" Dann wird sie gemessen und gewogen. "4150 Gramm, 54 cm, Kopfumfang 36. Wie soll sie denn heißen???"
"Claudia." ...........

 

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