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AD(H)S

 

 
 

 

 

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AD(H)S – Was ist das?



  DIE BEITRÄGE  
 

Kaum eine andere Erkrankung bei Kindern ist derzeit so umstritten und vieldiskutiert und mit unzähligen Fehlinformationen behaftet wie AD(H)S…

Informiert man sich über das Thema in den Medien, so scheint es, als würden heute Kinder- Jugendärzte und Kinder- Jugendpsychiater nur darauf lauern, bei einem Kind innerhalb fünf Minuten ein ADS festzustellen, Medikamente zu verschreiben und den Eltern das Leben leicht zu machen, indem das Kind ruhiggestellt wird.

Betroffene Eltern kämpfen dadurch nicht nur mit ihrem schwierigen Alltag, indem Selbstvorwürfe, Streit, Spannungen, Zweifel, Versagensgefühle an der Tagesordnung sind, sondern darüber hinaus auch noch mit den unzähligen Klischees, die zu diesem Thema gern und oft verbreitet werden.

Falsch:
ADS-Kinder sind nur falsch erzogen, haben zuwenig Bewegung, es liegt an den Eltern, sind einfach lebhafte Kinder, die nicht in die heutige Gesellschaft passen …

Richtig:

AD(H)S ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits Defizit Syndrom (mit Hyperaktivität).
ADS ist nach derzeitigem Wissensstand eine genetisch veranlagte Störung im Gehirnstoffwechsel. Dies führt zu einer verzerrten Informationsverarbeitung, indem die Betroffenen wichtige und unwichtige Informationen nicht filtern können.
Durch diese konstante Reizüberflutung werden die Kinder unruhig, ablenkbar und auch aggressiv.

Kinder, die von ADS betroffen sind, zeigen folgende Symptome:

  • Konzentrationsstörungen
  • Mangelnde Selbstkontrolle von Gefühlen und Handlungen, Impulsivität, extreme Gefühlsschwankungen
  • Mangelnde Körper-Wahrnehmung
  • Schwierigkeiten mit wiederholten, monotonen Handlungs- oder Bewegungsabläufen
  • Geringe Frustrationstoleranz
  • Schlechte Merkfähigkeiten von einfachen und komplexen Aufgaben ( zwei Dinge gleichzeitig aufgetragen bekommen..)
  • Tics ( Nägelkauen, Haarezupfen, Pullover ankauen, )
  • Motorische Unruhe, Zappeligkeit, schwallartiges Reden ohne Zuhören ( beim hyperaktiven Typ)

Diese Symptome machen das Kind oft zu einem schwierigen, unkontrollierten Kind, welches oft schulische Schwierigkeiten hat, „sozial nicht angepasst“ erscheint und durch fortwährende Negativ-Erlebnisse immer mehr in eine Abwärts-Spirale aus Ablehnung und Versagen gerät.
Der Leidensdruck sowohl des Kindes als auch der Eltern ist bei einem unbehandelten ADS enorm, da „herkömmliche“ pädagogische Massnahmen nicht greifen, weil das Kind sie nicht aufnehmen kann.

ADS kann wohl durch äussere Einflüsse verstärkt oder abgeschwächt werden, ADS entsteht aber dadurch nicht.
ADS kann durch geeignete Erziehungsmassnahmen im Erscheinungsbild verbessert werden, aber es verschwindet dadurch nicht, da die Erziehung nicht ursächlich ist.

Falsch:
Kinder- Jugendärzte und Kinder- Jugendpsychiater diagnostizieren im Vorbeigehen mal schnell ADS, wenn ein Kind auffällig ist.

Richtig:

Derzeit kann ADS nicht durch einen einfachen Labortest abgeklärt werden wie das Vorhandensein eines Bakteriums oder wie Diabetes oder durch eine Untersuchung wie ein EEG bei Epilepsie.
Es werden Entwicklungstests, Intelligenztests, neurologische/ psychologische Abklärungen, das Ausschliessen anderer möglicher Ursachen für die Symptome, eine Erhebung der Lebens- und Familiengeschichte gemacht, standardisierte Fragebögen von Eltern und Lehrern ausgefüllt und all das zieht sich meist über lange Zeit hin – von Monaten bis zu Jahren.

Falsch :
ADS wird immer gleich mit Ritalin behandelt.

Richtig:

Eine adäquate Therapie von ADS schliesst alles mit ein – das Kind und seine Symptome durch gezielte Motorik-Therapien zum Beispiel, durch Verhaltenstherapien.
Es schliesst die Familie, vor allem die Eltern ein, die lernen müssen, ihrem ADS-Kind klare Strukturen und Regeln mitzugeben in einem viel stärkeren Mass, als das Kinder normalerweise brauchen.
Dies geschieht oft in Familien-Therapien, wo der Umgang untereinander kritisch beäugt und verbessert wird – ein ADS-Kind braucht eine ruhige, geordnete Familie um sich herum, um sich zurechtzufinden.
Es schliesst die Lehrer mit ein, welche das Kind einerseits nicht überfordern sollten, andererseits nicht unterfordern sollten, welche das Kind in seiner Ganzheit wahrnehmen und entsprechend im Guten bestätigen und im Schwachen fördern sollten.
Leicht ist es für keinen der Involvierten.
Erst wenn all diese Massnahmen nicht ausreichend greifen und sich das ADS-Kind zunehmend unglücklicher fühlt, auffällig wird, durch extreme Unangepasstheit die Lage eskaliert, dann wird unterstützend mit Medikamenten therapiert.
Die medikamentöse Therapie ermöglicht den Kindern, die anderen Therapien überhaupt erst aufzunehmen.
Ritalin zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung und mit den richtigen Rahmenbedingungen von Therapien kann die beste Lösung für alle Beteiligten sein.

Falsch:
Ritalin ist eine Droge, macht süchtig und wird leichtfertig verschrieben, um die Kinder ruhigzustellen und verhindert das richtige Wachstum.

Richtig:

Ritalin, das bekannteste der Medikamente zur Therapie von ADS, untersteht dem Betäubungsmittelgesetz.
Ritalin gehört in die Gruppe der Amphetamine, ist also ein Aufputsch- und kein Beruhigungsmittel.
Alle wissenschaftlichen Untersuchungen bisher konnten die angebliche Suchtgefahr nicht belegen, hingegen weiss man aus Untersuchungen, dass unbehandeltes ADS und die daraus folgende sozialen Schwierigkeiten das Risiko für Suchterkrankungen verstärken – es ist also genau umgekehrt.
Die oftmals aufgeführten Nebenwirkungen wie Wachstumsstörungen, Appetitsverlust sind nicht in dem Mass vorhanden, wie das von Kritikern gern angeführt wird und müssen wie bei jedem anderen Medikament im Vergleich zu der Wirkung angesehen werden.
Die Nebenwirkungen verschwinden nach Absetzen der Medikamente.


Bücher :
Cordula Neuhaus: Das hyperaktive Kind und seine Probleme.
Ravensburger Buchverlag, 1996, ISBN 3-473-42747-0


Vielen Dank an die betroffenen Mütter und auch meinem liebem Kinderarzt, die geholfen haben, diese Seite auf die Beine zu stellen.

 
   
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